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Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Sommer – See, Fluss, Kanal

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Sommer - See, Fluss, Kanal

Zanderangeln im Sommer – Die richtige Taktik ist entscheidend

Zanderangeln im Sommer mit der Spinnrute ist für viele noch immer eine knifflige Angelegenheit. Für die meisten ist der Herbst die hierfür beste Zeit um den Raubfischen nachzustellen. Dabei ist besonders der Sommer für uns eine sehr effektive Jahreszeit um unseren Lieblingen, den Zandern, auf die Kammschuppen zu rücken. Im warmen Wasser sind unsere Glasaugen recht aktiv und fressen viel, da ihr hoher Stoffwechsel nach viel Energie verlangt. Zander sind im Gegensatz zu Hechten generell sehr wärmeliebende Fische und laut Fachliteratur laufen sie bei einer Wassertemperatur von über 20 Grad erst zur Hochform auf. Das heißt aber nicht, dass sie sich besinnungslos auf jeden oder falsch geführten Köder stürzen, nur weil sie gerade sehr aktiv sind.
Je nach Sichtigkeit des Wassers sind sie dennoch ausgesprochen nachtaktiv und am Tage sehr träge und passiv. Mit entsprechender defensiver Köderführung lassen sie sich dennoch zu einem Biss verleiten. Auf großen Seen waren Philipp Feist von shop.zanderkant.de und ich kürzlich sehr erfolgreich unterwegs und konnten einige Großzander zwischen 80 und 90 Zentimetern landen. Unsere Serie kapitaler Zandern ist diese Saison besonders hoch, weil wir uns auch immer mehr auf die Standplätze und Zugrouten von schwer zu befischenden Stillwasserzandern spezialisieren.

Philipp Feist von Zanderkant fängt kapitalen Zander

Sebastian Hänel mit kapitalen Zander - erfolgreiches Zanderangeln im SommerZugpfade der Zander knacken

Das Finden der Zander an den Strukturen, die sie aktuell für den Tagstandplatz suchen, ist dafür sehr entscheidend. Je nach Schichtung des Sauerstoffgehaltes stehen sie auch im Freiwasser, was das Finden zu einer Suche macht, die der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen gleicht.
Zander in Seen stehen allerdings zur gleichen Jahreszeit auf den gleichen Tiefen wie im Vorjahr und ziehen zur aktiven Phase, die ab der Dämmerung beginnt, auf die gleichen Fressplätze. Als wir zu Besuch an einer großen Talsperre waren, befischte ich aus dieser Erfahrung heraus den gleichen Platz zur gleichen Tageszeit wie bei meinem Besuch an diesem schweren Gewässer ca. ein Jahr zuvor. Dort konnte ich Anfang Juli 2015 diesen tollen 80er Fisch auf ca. 10m Tiefe dingfest machen.Zander in Talsperre mit Sebastian Hänel

Am Abend kam ich an und wir hatten noch gute zwei Stunden bis zum Dunkelwerden. Also beschlossen wir alles auf diese Karte zu setzen und ankerten den gleichen Platz auf derselben Tiefen ab, wie im Juli ein Jahr zuvor. Diesmal fischte ich nicht mit dem 16cm Megakauli, sondern warf unseren 12cm Zanderkant-Kauli im Dekor Gürkchen immer wieder parallel die Kante vor einem Landzungenplateau entlang. Fortwährend über die gleiche Tiefenlinie, wo auch der 80er Fisch vom Vorjahr meinen „Kauli“ aufs Korn nahm.
Verrückt, aber wahr. An der gleichen Kante, nur um ca 25m versetzt, bekam ich wieder einen starken Zander in der Abenddämmerung ans Band! Diesmal stolze 84cm groß! Zander aus tiefen, dunklen Talsperren sind meist richtig kompakte Fische mit imposanter, dunkler Färbung, die sich an ihre Lebensumgebung anpasst.Großzander am Abend gefangen von Sebastian Hänel

Dieses Erlebnis bestärkt mich wieder in der Erfahrung, dass große Zander feste Fressrouten haben, wenn sie am Abend bei schwachem Licht mit dem Ziehen beginnen. Sie lassen sich daher perfekt abpassen und sogar grob voraussagen! Die Schwierigkeit besteht aber darin zu wissen, welcher Platz zu welcher Jahreszeit funktioniert. Für den Juli habe ich an diesem See einen gefunden. Im Juni funktionieren sicherlich andere Stellen mit flacherem Wasser und ab September tiefere. Da ist Fleiß und Ausdauer gefragt, um diesen Code für sein jeweiliges Hausgewässer zu knacken und den Zandern hinterher zu angeln – doch das lohnt sich.

Ruheplätze ausfindig machen

 

Am Tag nach dem Fang fischten Philipp und ich weiter auf dem Gewässer. Nun waren nicht die Fressplätze gefragt, sondern die Ruheplätze, zu denen sich Zander beim steigenden Licht der Morgensonne wieder zurückziehen. Wir mussten echt einige Stellen anfischen, die ohne Biss verliefen. Aus Erfahrung über das Verhalten von Zandern wissen wir, dass sie in Seen am Tag in der Nähe ihrer bevorzugten Fressgebiete einstellen. Je mehr Licht zu Boden fällt, desto tiefer.
Demzufolge befischten wir den Fuß eines mächtigen Steilufers, welches gegenüber einer flach auslaufenden Uferseite lag. Die Sonne stand hoch und es war keine Welle auf dem Wasser. So fischten wir unterhalb von 10 Metern, was für die Fische, bei hohem Stoffwechsel im Sommer, kein Problem mit dem Druckausgleich darstellt, wenn sie abends wieder flacher ziehen.
Dort setze ich auf den größten Köder der Zanderkant-Familie: den 16cm Megakauli im Dekor „Nachschatten“, welches sich bei sichtigen Verhältnissen als fängig bewährt hatte.
Dank Bugmotor mit Ankerfunktion konnten wir viele spannende Stellen mit der langsamen Vertikaltechnik anfischen. Der einzige Biss dieses Tages machte die ganzen Mühen wieder wett und wir konnten freudig einen weiteren Großzander, diesmal von 86cm, im Boot begrüßen.

Kapitaler Zander von Sebastian Hänel
Fleiß, Ausdauer und Glück gehören da immer mit dazu. Ohne Vertrauen in die Strategie und Köder kann das aber sehr zermürbend sein, auch mal 4 Stunden ohne Kontakt am Ball zu bleiben.
Immer wenn es darauf ankommt und ein unter großer Ausdauer erarbeiteter Biss durch die Rute fährt, muss man sich auf das System aus Haken und Köder verlassen können, um den hart erkämpften Fisch nicht im allen entscheidenden Moment zu verlieren. Unser sehr weitbogiger Zanderkant-Greifer in 6/0 leistet uns genau für diese brenzlichen Situationen einen großen Dienst und auch hier hat er den stolzen Kapitalen sicher gegriffen und auch festgehalten.Zanderkant Kauli Nachtschatten fängt erfolgreich

Sommerstrategie für den Fluss

Wir halten uns mit der Wahl unserer Gewässer aber trotz all der tollen Fänge immer flexibel, damit wir nicht „betriebsblind“ werden. So fischte ich im Juli zwei Abende an der Oder. Einem Fluss, der für viele als schwierig gilt, wenn ich von den vielen E-Mails, die mich vom Grenzfluss erreichen, ausgehe.
Hier wandte ich einfach das Wissen über meine Erfahrungen mit Flusszandern aus der recht einfachen Elbe und dem Rhein an. Befischte am Tage erst die tieferen, stark von der Strömung beeinflussten Buhnen der Außenkurve, um auf den Abend dann an flache, eher unscheinbare Plätze zu wechseln, die ziehende Zander gern zum Vollstopfen ihrer Futtersäcke aufmischen.Buhnen an der Oder zum Zandernageln im Sommer

Im Hellen erwischte ich dann zur großen Freude meinen ersten Oderzander. Klein, aber für mich immer ein Grund zur Freude an einem fremden Revier die spannende Fischart gefangen zu haben. Leider musste ich wegen eines herannahenden Gewitters das Feld räumen und konnte nicht in den Abend hineinangeln.Zanderkant Kauli Pinki fängt Zander

Beim zweiten Besuch gelang es mir dann. Nach einem kleinen Oderzander auf den Abend der ersehnte Treffer mit einem 65er Fisch, der auf voller Distanz auf den flachen Prallhang einer großen, flachen Buhne biss. Als Köder diente der 12cm Zanderkant-Kauli im Dekor „Törtelgrün“ mit UV-aktiven Rücken und dunklem Kontrast zum orangen, nicht fluoreszierenden Bauch.Zanderangeln an der Oder mit Sebastian Hänel

Ich plaudere jetzt mal aus dem Nähkästchen: Der seltsame Name „Törtelgrün“ hat nichts mit Schildkröten zu tun und stammt von einem Kameramann, der im Jahr 2005 zusammen mit Jörg Strehlow in den Elbetalauen drehte. Dieser war auch begeisterter Angler und fische in den Drehpausen immer nur mit diesem Dekor. Sein Spitzname war „Törtel“. So entstand der Name des Dekors. Damals wie heute hat diese Farbe im trüben Flusswasser und zur Dämmerung nichts an ihrer Fängigkeit verloren.

Tideelbe – Im Sog von Ebbe und Flut

 

Wo wir gleich beim Zanderangeln in Flüssen sind: Ende Juli verschlug es mich auch endlich wieder mal an die Tideelbe. Der durch Ebbe und Flut der Nordsee stark beeinflusste Bereich ist das Zanderparadies schlechthin. Auch wenn ich lang nicht dort fischte, hat dieses beeindruckende Revier nichts an seiner guten Zanderproduktivität verloren. Dies bekam ich auf den ersten Nachmittag nach der Ankunft gleich mit zwei schönen Fischen zu spüren, die auf Distanz im wirbelnden Wasser einer Prallseite beim ablaufenden Wasser bissen. Die 2 Stunden vor Ebbe sind für mich auf den Buhnen immer die Produktivsten.Flusszander mit Zanderkant Kauli Pinki gefangen von Sebastian Hänel

Hier war es wieder unser Dekor Pinki, welches die aktiven Tidezander im sehr trüben Wasser gut angesprochen hatte. 10 g Kopf hatte hier genügt, um den stromschnittigen, 12cm langen Verführer langsam und attraktiv zu präsentieren.

Zander gefangen von Sebastian Hänel in der Tideelbe
Vom Ufer ist an der Tideelbe oft eher Masse anstatt Klasse angesagt. Das finde ich allerdings nicht schlimm, da ich einen Angeltag mit anständiger Bissfrequenz und vielen kleinen und mittleren Fischen einem zähen Tag mit nur einem Biss und einem großen Fisch vorziehe. Aber da hat jeder Angler seine eigenen Ansichten und Vorlieben.
Ein Stopp an einem Platz nach dem Hamburger Hafen brachte mir allerdings einen starken Fisch ans Band, über den ich mich sehr freute. Dieser geniale Zander war allerdings der einzige Biss in der Mittagshitze dort.

Tideelbe bei Hamburg ist Zandergewässer

Diesen haben wir sogar als Livebiss mit Wurf auf Video bannen können, da ich gerade ein Fluss-Spezial für alle flussbegeisterten Teilnehmer meines gratis Onlinekurses produziere. Ihr dürft also gespannt sein.

Kanalzander im Fokus

 

Selbiges habe ich auch über das für viele sehr heikle Thema Kanalzander vor. Dazu filmten wir ein von mir zu diesem Zwecke abgehaltenes Seminar zum Thema Zanderangeln am Kanal. Der Nordostseekanal ist hierfür geradezu prädestiniert. Aufgrund von trübem, nährstoffreichem Wasser ist die Population stark und die Zanderbrut kommt in hohen Stückzahlen auf. Das bedeutet bei der richtigen Handhabe und Anwendung von der passenden Platzwahl und Technik eine hohe Bissfrequenz. Was für einen „Tocksüchtigen“ wie mich jede Menge Spaß und vor allem kurzweiliges Zanderangeln besonders im Sommer bedeutet.

Die Größe der Zander liegt im überschaubaren Küchenmaß von rund 50 bis 55cm. Das ist übrigens in allen Revieren, wo Zander durch günstige Bedingungen dazu in den Lage sind Überbestände zu bilden, der Fall. Die Population verjüngt sich aufgrund von hohem Fraßdruck auf das Futteraufkommen im Mittelbau sehr stark und schwankt in Zyklen von bis zu 6 Jahren. Aber das führt hier zu weit.
Zusammen mit dem Vereinsmitgliedern des ASV Breiholz-Haale konnten wir von 14 bis 18 Uhr immerhin 10 Zander und zwei Barsche fangen. Unser freche 9cm Juniorkauli im Dekor „Pinki“ war hier im mitteltrüben Kanalwasser, welches alle 20 min von großen Ozeanrießen durchquert wird, der absolute Abräumer und brachte mir sogar einen für den Kanal besseren Zander ans Band.Zander im Kanal gefangen von Sebastian Hänel im Nord-Ostsee-Kanal

Nord-Ostsee-Kanal Zander gefangen von Sebastian Hänel mit Zanderkant Kauli Tock am NOK, mehr kann man du diesem genialen Revier nicht sagen. Wer das harte Angeln an der zum Teil fiesen Steinschüttung einmal raus hat und weiß, wie er den Köder am 10g Köpfchen heranführen muss, der kann sich wirklich auf schöne Stunden auf dem Packlager freuen. Ich bin jedenfalls sehr gern in diesem Gebiet zugegen, komme aber auch an unseren schwierigeren Kanälen wie dem Mittalandkanal zurecht, wo ich kürzlich auch für Aufnahmen zu einem Kanal-Spezial meinen „Junior“ erfolgreich vors Packlager schwang. Dazu später mehr an anderer Stelle.Sebastian Hänel fängt an Mittellandkanal Zander

Wenn ich die Herausforderung an verschiedenen Revieren suche, dann geht es mir dabei nicht um den Fang eines möglichst großen Fisches. Die hatte ich in meinem Leben schon bis zur magischen Marke von 1,02m ausgeweitet. Mehr besteht meine Philosophie des Zanderangelns mit der Spinnrute darin, diese spannende Fischart auch in neuen, oft schwierigen Gewässern zu erwischen. Jeder Zander muss gekonnt überlistet werden. Der Kapitale ist ein Bonus. Darin besteht der Reiz für mich. Das Fachwissen, welches ich in all meinen Veröffentlichungen versuche zu vermitteln zielt auch darauf ab – Zielfisch verstehen und gezielt überlisten. Wie du siehst der Sommer ist heiß! Egal ob See, Fluss oder Kanal. Rausgehen und sich an den Zander anpassen ist das Geheimnis. Dann klappt´s auch mit dem „Tock“. Viel Erfolg beim Zanderangeln im Sommer.

Herzlichst – Ihr Sebastian Hänel-

P.S.: Solltest du noch nicht Teilnehmer meines kostenlosen Videocoachings sein, dann trag dich hier ein.

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One Response

  1. olli witt sagt:

    Bin geapannt !

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