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Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Herbst – Stillwasser

Sebastian Hänel über: Zanderangeln im Herbst - Stillwasser

Der Herbst läutet jedes Jahr einen Wandel in der Natur ein. Zunächst wird alles farbenfroh und daraufhin zunehmend trister, grauer und vor allem kälter.

Unsere Zander sind von dieser Veränderung, genauso wie der Rest der Natur und alle darin befindlichen Ökosysteme betroffen und verändern ihre Rhythmen, Fressphasen und vor allem ihre Standplätze. Dieses zu erkennen und anglerisch zu nutzen ist nun der Schlüssel um weiterhin hart am Zander zu sein.

Sebastian Hänel mit Zander

Kein anderer Gewässertyp ist davon so sehr betroffen wie unsere Talsperren und Stauseen, die sich über das gesamte Land verteilen und je nach Nährstoffeintrag mehr oder weniger gute Anlaufstellen für Zanderfans sind.

Wir vom Team Zanderkant (Sebastian Hänel und Philipp Feist) und unsere Freunde beobachten landesweit ab ca. Mitte Oktober, dass sich die Tagstandplätze der Zander auf ein tieferes Niveau verlagern. Somit tauchen große Freiwasserzander, die im Sommer gern noch im bestimmten Temperatur und Sauerstoffschichten des Freiwassers standen und viel umher zogen, plötzlich hart am Grund auf, wo sie an bestimmten Strukturen ihre passive Tagesphase verdämmern. Die wärmeliebenden Hundszähne werden mit abnehmenden Wassertemperaturen langsamer, da ihr Stoffwechsel fällt. Nun schlägt unsere Zeit! Vor allem dann wenn wir die Fische vom Boot aus mit passiver Technik, wie dem gefühlvollen Vertikalangeln befischen können.

Zanderkant Vertikalrute

Die Kombination aus dieser langsamen Methode, unserem großen, aber dennoch schlanken und ohne große Druckwelle laufenden Zanderkant-Megakauli und dem 6/0er Zanderkant-Greifer am 28gr schweren Kopf haben uns tolle kapitale Zander und vor allem geniale Erlebnisse auf dem Wasser beschert und beeindruckende Fänge in diesem Herbst ermöglicht.

Philipp Feist vom Team Zanderkant

Aber unsere Philosophie lautet nicht, dass es ein spezieller Köder ist, der den Fisch fängt, sondern der Angler, der es versteht die nun richtigen Plätze zu erkennen und diese sauber und gefühlvoll anzufischen. Darunter fällt das richtige Positionieren des Bootes, das Erarbeiten der aktuell richtigen Fangtiefe (die aktuell, je nach Trübung des Gewässers am Tage unter 10 Meter liegt), sowie das Gefühl für die Präsentation des Verführers am Zander zu haben.

Und natürlich das Quäntchen Glück, denn Zanderangeln auf Kapitale ist keine berechenbare Wissenschaft, sondern lässt sich höchstens durch Erfahrung gepaart mit Ausdauer immer weiter optimieren.
Besonders glücklich sind wir darüber kürzlich einen Prachtfisch von 94 Zentimetern gelandet zu haben. Philipp Feist hat diesen Traumzander unter viel Geduld und Erfahrung aus einer schwierigen Talsperre vom Grund gezogen.

Kapitaler Zander gefangen durch Philipp Feist von Zanderkant

Auch wenn sich die Fische tagsüber und besonders bei starkem Lichteinfall bei nun auch sichtigerem Wasser sehr passiv verhalten, beginnen sie nach Einbruch der Dunkelheit mit dem Ziehen und aktiven Jagen. Dann befischen wir flachere Stellen wie Plateaus oder flacher abfallende Ufer sehr erfolgreich beim Werfen im Dunklen auf Zugzander. Flacher bedeutet dann einen Fangbereich von ca. 7 Metern, wenn sie am Tage auf ca. 12 Metern standen. Diese Formel der Stand- und Zugtiefen muss dann für jeden See und seinem Tiefenniveau, sowie Wassertemperatur und Sichtigkeit des Wassers durch Suchen, Testen und ausdauerndes Beangeln speziell herausgefunden werden.

Zanderkantkauli Rauchglitter erfolgreich

Text und Bilder Sebastian Hänel und Philipp Feist von Zanderkant

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7 Responses

  1. Chris sagt:

    Dein Glück möchte ich mal haben …
    Petri !!!

  2. Sehr interessant. Würde gern mehr über diesen sehr speziellen Räuber erfahren. Ab und zu klappt es, ist aber noch mehr Zufall als wissensbasierte.

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