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Zanderangeln im Winter! Was uns der Lichteinfall verrät.

Zanderangeln im Winter! Was uns der Lichteinfall verrät.

Das Zander im Winter sehr tief stehen, stimmt nicht immer. Diesem Phänomen möchte ich hier mal auf den Grund gehen. Zanderangeln kann im Winter eine ziemlich knifflige Angelegenheit sein. Besonders dann wenn die Temperaturen abrupt abfallen, reagieren die so wärmeliebenden Zander sehr passiv und stellen ihre Bewegungsphasen ein. Haben sich unsere Zielfische an die kalten Temperaturen gewöhnt, kehren ihre Zeiten an denen sie ziehen und fressen wieder zurück. Diese gilt es nun zu treffen und sich auch von ein paar Stunden ohne Kontakt nicht aus der Ruhe bringen zu lassen.

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In Stillgewässern lassen sich zur kalten Jahreshälfte eindeutige, wenn auch kurze Beißfenster zu den Mittagsstunden feststellen. Dann sind die Fische am aktivsten und die Chancen stehen selbst an einem grauen, tristen Angeltag gut, eine magische Stunde abzupassen und ein paar Bisse zu kassieren.

Faktor Lichteinfall

Der Faktor Licht spielt hierbei allerdings eine entscheidende Rolle. Und zwar nicht, ob die Sonne scheint oder es bedeckt ist, sondern wie viel Licht überhaupt zum Gewässergrund gelangt.
Im kalten Wasser sind Zander aufgrund ihres nun zurückgefahrenen Stoffwechsels noch langsamer und fressen daher auch seltener. Kommt nun noch viel Licht am Boden an, hat man am Tage kaum eine Chance. Daher ist es ausschlaggebend, wie trüb oder tief das Wasser ist. Je weniger Licht unten angelangt, desto aktiver sind unsere Zander zur Mittagszeit. In Flüssen, die gerade kein trübes Hochwasser vor sich her schieben, liegt daher die Beißphase im Winter auch erst nach Einbruch der Dunkelheit. Während wir in tieferen, trüben Seen selbst zum Mittag und bei Sonne schöne Fische landen können.

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Tiefenflexibel

Die Standtiefen unserer Kammschupper werden aber auch hier maßgeblich vom Lichteinfall bestimmt. Als das Wasser eines Stausees noch recht klar war, fanden wir unsere Zander noch auf Tiefen von um die 10 Meter und konnten diese dort unten im Dunklen recht effektiv befischen. Das sichtige Wasser lies nämlich so viel Tageslicht durch, dass sich die Glaßaugen oberhalb der 8 Meter-Marke einfach nicht wohl fühlten. Alle Kantenfüße und andere Unterwasserstrukturen, die unterhalb dieser Grenze lagen, waren dann aber je nach Tageszeit und damit Lichtstand, erfolgreich.

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Unsere Spots waren zu jedem Ausflug verlässlich, bis viele Niederschläge fielen und durch die Einläufe trübes Wasser in den Stau geschoben wurde. Binnen weniger Tage trübte sich der See etwas ein. Das hatte zur Folge, dass sich unsere Stachelträger, plötzlich nicht mehr an den vorher so sicheren Spots haben überlisten lassen. Viele Petrijünger waren verwundert darüber und machten dass sich veränderte Wasser für das ausbleiben der Bisse verantwortlich. Aber damit weit gefehlt. Nicht der PH-Wert, oder die plötzliche Trübung ließen die alten Plätze schweigen, sondern die Zander waren einfach nicht mehr auf diesen Tiefenlinien zu finden!
Philipp von www.shop.zanderkant.de fand, als er einige Ufer der Steilkanten von flach zu tief herunterfischte heraus, dass die Zanderbisse nun viel flacher kamen. Bei nur noch 4 bis 6 Metern!

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Ein Tiefenbereich, der in diesem See im sonst recht sichtigen Wasser am Tage nur im Juni-Juli, also zur warmen Jahreshälfte funktioniert. Das durch das nun stark eingetrübte Wasser der Einläufe, kommt bedeutend weniger Licht am Gewässerboden an. Ergo finden unsere Zander jetzt ihren Wohlfühlbereich einige Etagen höher. Also änderten wir die Taktik und fuhren Strukturen an, die sonst im Sommer fischreich waren. Ein Volltreffer!

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Selbst bei Sonnenschein im kalten Wasser, bekamen wir zahlreiche und wirklich harte Bisse!
Denn durch die trüben Verhältnisse waren unsere Zielfische alles andere als scheu und hauten anständig ins Gerät und unsere Kaulis auch meist vollkommen weg. Dementsprechend gut auch die Bissausbeute, da unsere hoch abstehenden, scharfen Greifer bestens fassten.

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erneut umdenken

Zwei Wochen später war die trübe Fahne durch und das Wasser wieder aufgeklart. Prompt waren auch unsere beim letzten Mal so ergiebigen Plätze Zanderleer und wir mussten uns wieder alles übern Haufen werfen und uns deutlich tiefer orientieren. Und dies trotz eines trüben Tages.

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Zanderangeln ist immer im Wandel. Die äußeren Faktoren, besonders aber das Licht, bestimmen darüber welcher Angelplatz und welche Angelzeit überhaupt die richtigen sind, um zum Fangerfolg zu gelangen. Hat man es dann raus, wie es aktuell am Gewässer läuft, ändern sich die Bedingungen und schon ist wieder alles anders! Die Natur und ihre Gesetze, geben uns vor, wie und wo wir zu angeln haben. Wer sich also offen für Flexibilität hält, auch wenn die Lehrmeinung lautet, dass Zander im Winter Im See X tief stehen, der hat gute Karten dauerhaft am Fisch und dadurch auch dauerhaft erfolgreich zu sein.

Dann kann es auch geschehen, dass ganz unverhofft der Traumfisch deinen Köder zu Gesicht bekommt und zupackt! So wie Philipps 96cm Fabelzander, der Mittags im tiefen vor einem Plateau auf den 16er Megakauli biss!

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2 Responses

  1. Tobias sagt:

    Moin
    Ich freue mich schon auf deine Tips. Ich bin mit meinem Kumpel ständig unterwegs und wir machen und tun aber es klappt einfach nicht. Unsere Frauen glauben uns das schon langsam nicht mehr das wir Angeln sind.?
    Wir haben hier viele top Seen in Neustrelitz mit guten Zander bestand und wenig Angel druck.
    Aber wir bekommen sie einfach nicht gefangen.

  2. Stefan sagt:

    Auf zum atem!

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